Kräuterexkursion, Sonntag 19. Mai 2019, mit Frau Ruth Nigg-Zumsteg, Drogistin HF und Homöopathin, Inhaberin der Drogerie Zumsteg Turgi

Bei gutem Exkursionswetter – bedeckt aber trocken – fanden sich ca. 30 interessierte Erwachsene und eine handvoll Kinder bei der Holzbrücke Turgi ein. Nach einer kurzen Einführung durch Frau Gabi Schaffner, Präsidentin des Natur- und Vogelschutzvereins Turgi, legte Frau Ruth Nigg los.

Von grossen Bäumen wie der Linde bis zum kleinwüchsigen Kraut wie dem Ehrenpreis; viele heimische Pflanzen haben heilsame Wirkung oder schmecken lecker in Salaten oder grünen Smoothies.

Auf dem gemütlichen Rundgang Limmataufwärts durften wir einige Pflanzen und deren Wirkung kennen lernen. Hier ein kleiner Auszug aus der Fülle der Informationen:

·         Gegen Erkältung und Husten: Tee aus den Blüten des schwarzen Holunders wirkt schweisstreibend und die Beeren sind reich an Vitamin C, Sirup aus Spitzwegerich hilft bei verschleimten Husten ausserdem wirken die Blätter zerrieben direkt auf Insektenstiche aufgetragen lindernd und können unterwegs sogar als Wundverband dienen. Lindenblüten wirken schweisstreibend und entzündungshemmend bei Erkältungen Fieber und Husten.

·         Zum Entwässern und für Frühjahrskuren: Tee aus Brennnesselblättern; sie sind auch gut bei Prostatabeschwerden. Ebenfalls sind Birkenblätter ein erprobtes Mittel zur Unterstützung der Nieren- und Blasentätigkeit. Auch der Ackerschachtelhalm gehört in diese Kategorie, aber Achtung: er ist leicht zu verwechseln mit dem giftigen Supf-Schachtelhalm.

·         Gegen Rheuma und Gicht: Ein paar frische Rosskastanien im Hosensack mitgetragen sollen gegen „Gsüchti“ helfen. Ausserdem werden von der Rosskastanie die Blüten, Samen und Borke für gefässstärkende und entzündungshemmende Medikamente verwendet. Tee aus Eschenblättern oder – Borke hilft ebenfalls gegen Rheuma.

·         Auch bei seelischen Bescherden, leichten bis mittleren Depressionen ist ein Kraut gewachsen: Die Blüten des echten Johanniskrauts, erkennbar an die weissen, durchscheinenden Pünktchen auf den Blättern. Das Kraut hilft äusserlich auch als öliger Auszug bei Verbrennungen (Achtung: Erhöht die Empfindlichkeit der Haut auf Sonnenstrahlen)

Von einigen Pflanzen werden nur die Blüten oder Blätter, von anderen wiederum die Rinde oder Wurzeln verwendet. Sie können u.a. getrocknet als Tee (wässriger Auszug) oder als Tinktur (alkoholischer Auszug) verwendet werden. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird in der Medizin immer der lateinische Namen verwendet. Der ist im Gegensatz zu den Volksnamen eindeutig. Vielfach haben Pflanzen ihre Volksnamen wegen ihres Aussehens erhalten. So bekam das Hirtentäschel – es hilft gegen Nasenbluten – seine Bezeichnung wegen der Form der herzförmigen Samenstände, die aussehen wie die Taschen, in denen Schafhirten früher das Salz für ihre Tiere mitführten.

 Wer selber losziehen will und sich in der Apotheke der Natur eindecken möchte, sollte darauf achten, nur die Menge zu sammeln, die innert nützlicher Frist auch verbraucht werden kann. Bei Kräutern, die man trocknen und als Tee verwenden möchte, also höchstens ein Jahresbedarf.

Die meisten Pflanzen, die für andere Säugetiere giftig sind, sind es auch für uns. Wer schon bei einem Spaziergang an einer Kuhweide vorbeigekommen ist, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass die Tiere den giftigen Hahnenfuss stehen lassen. Ein klarer Hinweis auf die Giftigkeit der hübschen, gelben Blumen, die doch wenigsten für einen schönen Wiesenstrauss gepflückt werden dürfen. Es gibt auch giftige Pflanzen, die Heilpflanzen sehr ähnlich sehen. Deswegen hier eine wichtige Mahnung: Nur Pflanzen sammeln, die Sie auch wirklich gut kennen.

Nach dem Rundgang durften sich die Teilnehmenden beim Primarschulhaus Turgi mit einem reichhaltigen Imbiss stärken, der ganz unter dem Motto „Kräuter“ stand. Aus den auf dem Spaziergang von Frau Nigg gesammelten Kräutern und Blättern wurde zusammen mit Birnen, Orangen, Bananen und Avocados feine und gesunde grüne Smoothies gemixt, die reissenden Absatz fanden. Es gab diverse Sandwiches mit Heublumenkäse oder Bärlauchfleischkäse, verfeinert mit Pesto oder dick gefüllte Brote für Vegetarier und Fleischesser. Und gegen den Durst wurde Kräutertee, Mineralwasser, Limonade oder Holunderblütensirup offeriert.

Wer sich weiter in das Thema „Heilkräuter vor unseren Haustüren“ vertiefen möchte, ist eingeladen, sich in der Drogerie Zumsteg mit Literatur und Fachwissen einzudecken.

Der Natur- und Vogelschutzverein Turgi dankt allen, die sich diesen Sonntagmorgen Zeit genommen haben, um an dieser Veranstaltung teil zu nehmen.

Rezept für den Wildkräuter Smoothie

1 handvoll Wildkräuter

1 kleine Banane ohne Schale

2 Birnen, süss, mit Schale

1/4 Avocado ohne Schale und Kern

1 Scheibe Bio Zitrone mit Schale

1/4 Bio Orange mit Schale

Wasser nach Geschmack